... ich war ein verborgener Schatz und wollte erkannt werden ...

juan-ramon-jimenezIch bin nicht ich.
Ich bin jener, der an meiner Seite geht, ohne daß ich ihn erblicke,
den ich oft besuche, und den ich oft vergesse.
Jener, der ruhig schweigt, wenn ich spreche,
der sanftmütig verzeiht, wenn ich hasse,
der umherschweift, wo ich nicht bin,
der aufrecht bleiben wird, wenn ich sterbe.

Juan Ramón Jiménez (1881-1958)

Yo no soy yo.
Soy este que va a mi lado sin yo verlo; que, a veces, voy a ver, y que, a veces, olvido.
El que calla, sereno, cuando hablo; el que perdona, dulce, cuando odio.
El que pasea por donde no estoy, el que quedará en pie cuando yo muera.

© 2026 Akademie-Lichtung

Berichtigung

Abdullah Ben Yahya zeigte einem Besucher ein Manuskript von eigener Hand. Der Mann sagte: „Aber dieses Wort wurde falsch geschrieben.“

Er strich das Wort sofort und schrieb es so, wie es sein Gast für richtig hielt. Als der Mann gegangen war, wurde Abdullah gefragt:
„Warum hast Du das gemacht, wo Du doch weißt, dass die ‚Korrektur‘ tatsächlich nicht passend war? Und Du hast das falsche Wort geschrieben, wo doch das Original
richtig war?“

Er antwortete: „Das war eine soziale Angelegenheit. Der Mann dachte, dass er mir helfen würde, und dachte, dass der Ausdruck seines Unwissens ein Hinweis auf seine Kenntnisse wäre. Ich wandte das kultivierte und höfliche Verhalten an, nicht das wahrhaftige Verhalten, denn wenn Menschen Höflichkeit und sozialen Austausch wollen, können sie die Wahrheit nicht ertragen. Wäre ich im Verhältnis eines Lehrers zum Studenten zu diesem Mann gestanden, wäre die Sachlage anders gewesen.

Nur dumme Menschen und Pedanten meinen, dass es ihre Aufgabe sei, alle zu belehren, wo der Beweggrund der Menschen doch generell nicht ist, belehrt zu werden, sondern Aufmerksamkeit zu erregen.“