... ich war ein verborgener Schatz und wollte erkannt werden ...

Jack KornfieldZur tiefen Öffnung, die wahrhaft spirituelles Leben benötigt, brauchen wir enormen Mut und Stärke, eine Art Kriegergeist.
Doch der Ort diese Kriegerstärke liegt im Herzen.

 

Jack Kornfield (*1945)

 
 

 

 

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Einige Gedanken über Heilung und Geistiges Heilen

(von Malik, 2011)

Die Mittel und Wege, welche die Heilung eines Menschen anregen und unterstützen können  sind so vielseitig wie die äußeren oder seelisch-psychischen Einflüsse und Reaktionen, welche  zu Störungen und Krankheiten des Körpers und der Seele führen können.

Jede Form der Heilung von Körper, Geist oder Seele ist immer und ausschließlich auf die Selbstheilung des lebendigen Organismus zurückzuführen.  Dabei ist es letztlich unerheblich ob diese Selbstheilung durch die momentan anerkannten und von der Krankenkasse bezahlten Heilmethoden, wie chemische oder pflanzliche Medikamente, Operationen, physiologische Therapien angeregt werden, oder ob sie durch so genanntes geistiges Heilen, also durch Heilweisen ohne stofflich messbare Einwirkung auf den Körper ausgelöst oder gefördert wurde.

Wo beginnt geistiges Heilen

Auch von der Schulmedizin wird mittlerweile anerkannt, dass selbst schwerste mess- und sichtbare Krankheiten des Körpers, feinste nicht messtechnisch erfassbare Ursachen haben können, wie zum Beispiel die fehlende emotionale und körperliche Nähe bei Säuglingen, oder Glaubenssätze, Dogmen und daraus resultierender psychischer Stress bei Erwachsenen. 

Die menschliche Einbildungskraft kann die Selbstheilung anregen (Placebo-Präparate) aber ebenso als „Nocebo“ zu schwersten körperlichen und psychosomatischen Krankheiten führen. Krankheitsursachen im Denken, also in der Psyche, können mittels psychologischer Methodik abgebaut werden, falls es möglich ist, die entsprechenden Erinnerungen und Denkmuster wieder ins Bewusstsein zu heben und zu neutralisieren. Oder sie können durch Veränderungen der Gehirnchemie unterdrückt werden (Psychopharmaka).

Vor diesem Hintergrund könnte man die psychiatrischen und psychotherapeutischen Heilweise auch schon als geistiges Heilen bezeichnen, und in der Tat sind die Grenzen zwischen psychischen Heilweisen und Geistigem Heilen fließend. Neuere Methoden begeben sich immer weiter in den noch feineren, noch unbewussteren Bereich der Psyche oder der Seele (Familienstellen, Gestalttherapie, Hypnotherapie, Rückführung in die Phase der Schwangerschaft ect.). Und selbst Schulmediziner, die jede Form geistigen Heilens weit von sich weisen wirken selbst als „geistige Heiler“, wenn sie sich Zeit für menschliche Zuwendung ihren Patienten gegenüber nehmen, also verständnisvoll und mit Anteilnahme zuhören, oder auch nur ihre Rolle als Götter im weißen Kittel spielen. Wo ist da der qualitative Unterschied zu dem eindrucksvoll ausstaffierten Medizinmann anderer Kulturen?

Hier beginnt also irgendwo das weite Feld des geistigen Heilens, das sich allerdings noch wesentlich weiter in den Bereich des mit äußeren Sinnen nicht mehr wahrnehmbaren Bereichs erstreckt. Auch die Psychologie arbeitet mit dem Unbewussten als etwas, das weder sie selbst noch der Patient mit irgendwelchen äußeren Sinnen wahrnehmen können, dass aber offenbar körperliche Symptome verursacht und zum Wohl des Patienten beeinflusst werden kann.  

Geistiges Heilen geht nun einfach davon aus, dass es noch sehr viel subtilere Ursachen und Wirkmechanismen gibt, die dem ursächlichen Beginn von Krankheit und Gesundheit noch viel näher stehen.

Wie funktioniert geistiges Heilen

Darüber gibt es nun eine unüberschaubare Anzahl von Theorien und Arbeitshypothesen, wie solche Wirkmechanismen aussehen und zur Heilung genutzt werden können. Da gibt es beispielsweise die Vorstellung von sich überlagernden, immer feineren stofflichen Körpern und Geweben, die über Energiebahnen (Meridiane, Kanäle) und Verknüpfungspunkten (Chakren, Marma, Lataif) miteinander verbunden sind, und über Felder, Strahlung oder Schwingung miteinander kommunizieren.
Solche Arbeitshypothesen, wie die eben beschriebene geistig-seelische Anatomie, können auf mehrere Tausend Jahre alte Erfahrungssysteme oder auf eigener Wahrnehmung (tatsächlich, projiziert oder imaginiert) bei  anderen oder an sich selbst beruhen.

Auch in den Arbeitshypothesen der Psychologie, wie des Unbewussten oder der Archetypen, gibt es keinen Beweis für die Existenz dieser Wahrnehmungen und Annahmen. Aber die Tatsache, dass die auf diesen Annahmen basierenden Behandlungen erfolgreich sind, kann als ein Indiz für einen gewissen Wahrheitsgehalt gewertet werden.

Entsprechendes sollte auch für die Annahmen und Arbeitshypothesen von geistigem Heilen gelten. Wenn die getroffenen Annahmen und intuitiven oder feiner stofflichen Wahrnehmungen zu einer Vorgehensweise führen, welche dem Patienten zugute kommt und heilt (also die Selbstheilung auslöst oder unterstützt), besteht für den Heiler kein Grund diese Annahmen aufzugeben. Auf der anderen Seite sollten für den Klienten die Theorien und Wahrnehmungen des Heilers völlig unerheblich sein, und ein verantwortlicher Heiler, der nicht auf Bewunderung seiner wie auch immer gearteten Fähigkeiten angewiesen ist, ist gut beraten den Klienten mit seinen Arbeitshypothesen und Wahrnehmungen zu verschonen.

Auf dem Gebiet des geistigen Heilens sehr erfolgreiche Heiler können Wahrnehmungen und Theorien darüber haben, was sie da tun und was dabei wie wirkt, und diese Arbeitsgrundlagen unterschiedlicher Heiler können sich dabei vollständig widersprechen, obwohl jedes der Systeme in sich schlüssig und für ihre Klienten heilsam ist. Das hat sich bei Konferenzen großer spiritueller Heiler in den USA immer wieder gezeigt. Der „gesunde Menschenverstand“ muss dann bei dem Vergleich der unterschiedlichen Theorien und Wahrnehmungen zunächst zu dem Schluss kommen, dass es sich bei dem einen, dem anderen oder beiden Heilern nur um Scharlatane handeln kann.

Das kann natürlich so sein, aber es muss nicht so sein.

Ein ähnliches Phänomen ist aus der Physik bekannt, wo das Licht in sich widersprüchlich als durch den Raum schießende Partikel und zugleich als Schwingung, also um einen ortsfeste Punkte „pendelnde“ Partikel definiert wird. Die Wissenschaft akzeptiert hier also etwas in sich völlig Widersprüchliches als Naturgesetze mit dem sich die Welt des Lichts bestmöglich erklären lässt. Auch an anderen Grenzen der äußeren Wahrnehmbarkeit tauchen interessanterweise paradoxe Widersprüche in der Physik auf, nämlich im Bereich der Bausteine der Atome.Im Bereich der Quantenmechanik und Quantengravitation wird Determinismus zu Wahrscheinlichkeit.

Viele Methoden von geistigem Heilen, wie das klassische Händeauflegen und auch die Raphael-Heilarbeit,  verzichten ganz bewußt auf die Schulung sogenannter außersinnlicher Wahrnehmung und erst recht auf die Interpretation von eigenen Wahrnehmungen während der Behandlung und unterstützen den Klienten bewußt darin, seinen eigenen Wahrnehmungen zu vertrauen.

Was ist dann also Geistiges Heilen?

Geistiges Heilen ist so betrachtet also eine Möglichkeit die Selbstheilung in sich selbst, oder in andern, durch etwas auszulösen oder zu unterstützen, dass mit den äußeren Sinnen nur in seinen Auswirkungen, nicht aber von seinem Ursprung her wahrgenommen werden kann. Die Anregung, Übertragung oder Einwirkung, die den Heilimpuls bewirkt, kann auf der Ebene des Tragbewusstseins, des Unterbewusstseins oder einer noch subtileren Bewusstseinsebene statt finden, welche als von der Gehirnfunktion unabhängig beschrieben wird, und zu der die meisten Menschen nur in Ausnahmezuständen einen bewußten Zugang mit haben. Eine Erfahrung dieser oft auch als „höher“ bezeichneten Bewusstseinsebene, kann zum Beispiel in tiefer Meditation, im Traum, als Folge von heftiger Todesangst (Nahtod- Erfahrung) oder in Ekstase (körperlich oder seelisch) erfolgen. Sie kann als von außen (Engel, geistige Führer) oder als von innen kommend (Intuition, Stimme des Herzens) erfahren werden. Ob diese Wahrnehmungen nur von „real existierenden Quellen, oder den Eindruck den das Unterbewusste auf das Tragbewusstsein ausübt ist dabei für den Klienten uninteressant, solange es keine krankhaften oder manipulativen Züge annimmt. Vielen Formen geistigen Heilens ist gemeinsam, dass die Quelle der Information oder von vermittelten Energien nicht als dem bekannten „ich“ zugehörig wahr genommen wird.

Die Bedeutung von Meditation für die Stärkung der Heilkräfte

Dass solche feineren Informationsquellen nur selten bis in unser Tagbewusstsein vordringen und dann noch oft verzerrt sind oder auf bekannte Archetypen (z.B. Engel) oder Vorstellungen projiziert werden müssen kann daran liegen, dass unsere gewöhnliche Gehirntätigkeit vergleichsweise so „laut oder hell“ ist, dass eine feinere Ebene dahinter nicht mehr wahrgenommen werden kann. Genauso wie der Sternenhimmel über einer beleuchteten Großstadt nicht mehr sichtbar ist. Astronomen nennen das Phänomen Lichtverschmutzung und gehen mit ihren Teleskopen in die Wüste ohne menschliche Lichter.

Auch Wahrheitssucher, Mönche und Propheten gingen zu allen Zeiten in die Wüste oder einsame dunkle Höhlen im die Gedankenverschmutzung im Kopf auszublenden. Ohne äußere Anreize geht das Gehirn dann irgendwann in den „standby-Modus“ und der Sternenhimmel des feineren Bewusstseins tritt in Erscheinung. Ähnliches geschieht im Tiefschlaf, bei einem Schock, einer Ekstase oder einem Nahtoderlebnis. Auch da gehen vorübergehend quasi alle irdischen Lichter im Gehirn aus und der innere Sternenhimmel taucht plötzlich wie aus dem nichts auf. Genau das übt man ja auch weniger dramatisch in der stillen Meditation (etwa im ZEN). Es geht darum die grellen Gedankenblitze auslöschen, ohne das Tagbewusstsein ganz zu verlieren, - wie dies in manchen Traumphasen möglich sein kann.

Auch im Zustand höchster Konzentration wird die Ebene des gewöhlichen Tagbewusstseins transparenter. Das ist dann so als ob die Gedankenblitze synchron und mit kurzen Pausen erfolgen in denen dann die Sterne kurz sichtbar werden.  Darin könnte auch die Heilkraft eines tiefen durchempfundenen Gebetes liegen, das trotz größter Konzentration gesprochen, aber nicht mehr erst mit dem Verstand erdacht und formuliert werden muss (mantrische Wirkung).

Die Wahrnehmung dieses feineren Bewusstseins wird in allen Kulturen fast gleich beschrieben, nämlich als friedevoll, angstfrei, liebevoll wahrnehmend (bezeugend), emotionslos-mitfühlend, urteilsfrei, bildhaft, wortlos, zeitlos-gleichzeitig, schwerelos, unendlich ausgedehnt, von oben blickend etc. Menschen mit einer Nahtoterfahrung beschreiben das plötzliche erneute Einsetzen des vollen Tagbewusstseins aus diesem Zustand der „Erleuchtung“ einheitlich als unangenehm, traurig und bedrückend. Menschen die diesen Zustand einmal intensiv erlebt haben, fällt es in der Regel leichter diesen Bewusstseinszustand erneut zu erreichen oder sogar parallel zum aktiven Tagbewusstsein wahrzunehmen.

Vermutlich kommt aus subtileren Bewusstseinsebene auch die Intuition oder außersinnliche Wahrnehmung zu uns, oder zumindest passiert sie diese Ebene auf dem Weg ins Tagbewusstsein, da Intuition meist ebenfalls als bildhaft, gleichzeitig-zeitlos, emotionslos und im Überblick wahrgenommen wird. Darin liegt auch das größte Geschenk von regelmäßiger stiller Meditation: diese feinere Bewusstseinsebene zu stärken und einen klareren Zugang zur Intuition und dem damit verbundenen inneren Frieden zu erhalten. Formen der Meditation und der Konzentration im Gebet finden sich in vielen Traditionen geistigen Heilens. So ist stille Meditation, Gedankenleere und damit auch das Löschen der Phantasie vielleicht der einzige gemeinsamer Nenner in der Vorbereitung und Stärkung der persönlichen Fähigkeit zu geistigem Heilen.

Auffallend ist auch, dass viele Menschen, die in einem Nahtod-Erlebnis bewussten Zugang zu dieser feineren Bewusstseinsebene hatten, in der Folge als geistige Heiler wirkten.  Auch gibt es kaum Heilige oder Yogi’s die diesen Zustand des Samadi in der Meditation erreicht hatten, denen nicht auch die Fähigkeit, allein durch ihre Gegenwart zu heilen, zugesprochen wurde.
Von Heiligen wird zudem eher selten berichtet, dass ihre Heilungen mit besonderen, lang andauernden oder immer gleichen Aktionen verbunden gewesen wären.  Einzig ihre bloße Gegenwart oder eine kurze Berührung genügte offensichtlich schon, um die Selbstheilung in Gang zu setzen. (Vergleiche Eckard Tolle: "Heilung kommt durch das Erwachen")

Das Prinzip der "ansteckenden" Gesundheit

Dies brachte mich dazu, im geistigen Heilen ein Prinzip der „ansteckenden geistigen Gesundheit“ zu sehen, mit der Arbeitshypothese, dass dieses feinere (höhere) Bewusstsein, - das anscheinend in jedem Menschen in gleicher Charakteristik, wenn auch in unterschiedlicher Intensität oder einem unterschiedlichen Grad von Bewusstheit vorhanden ist, auf die Umgebung auf die es gerichtet wird, - unterstützt durch eine Berührung oder Vorstellung, - belebend, energetisierend und ausrichtend wirkt. So wie ein brennendes Holzscheit neben ein anderes gebracht eine höhere gemeinsame Flamme hervorbringt und beide Flammen auch nach der Trennung heller als zuvor brennen, belebt und heilt sinnbildlich die innere Flamme des Heilers, seine Präsenz, das glimmende Flämmchen dem er nahe kommt. In der christlichen Sprache entspricht das als Analogie der Flamme des Heiligen Geistes bzw. dem überlieferten Ausspruch von Christus: „Wo zwei oder drei in seinem Namen (also mit erwachtem feineren Bewusstsein) beisammen sind, da bin ich mitten unter ihnen“.

Ausgehend von dem Konzept „ansteckender Gesundheit“ in einer Gemeinschaft von zwei oder mehr nach höherer Bewusstheit strebender Menschen (sprich geistiger Entfaltung) ist es nun schon gar nicht mehr verwunderlich, dass geistiges Heilen auch mit sich widersprechenden Konzepten und Methoden zur Beschäftigung des hinderlichen Tagbewusstseins des Heilers gleichermaßen kraftvoll wirken können. Es kommt nicht wirklich auf die Arbeitshypothesen und die daraus resultierenden Rituale und Handlungen an, aber sie können öffnend wirken, Aufmerksamkeit und Achtsamkeit schaffen, oder als zusätzliches Placebo auf den Klienten wirken. Ein Teil in uns ist immer noch im magischen Denken eines Kindes beheimatet. Form und Konzepte sind also nicht notwendig für geistiges Heilen, aber sie können verstärkend wirken, da damit im Idealfall gleichzeitig auch der körperlichen Ebenen gearbeitet wird. Durch den Glauben an die erfolgreiche äußere Aktion stellt sich die Psyche auf Heilung ein (magisches Denken), über Berührung, Körperwärme und Massage wird der Körper entspannt und in liebevoller Zuwendung findet die Seele Geborgenheit und kann sich so der Selbstheilung weiter öffnen. Indem wieder ein Fluss auf allen Ebenen einsetzt, kommt auch der „Heilige Geistes“ (nach christlicher Lesart) in den gemeinsamen heiligen Raum der gemeinsamen, feineren Bewusstseinsebene und leichter bis in den letzten Winkel aller Körperschichten.

Und was ist nun Heilung, was ist Gesundheit?

Im geistigen Sinne ist Heilung für mich der Weg vom Normalen hin zum Natürlichen. Von der Anspannung und Verspannung hin zur Entspannung, von der Erstarrung, dem Spröden zurück in die Bewegung zum Fließen, von der Ablehnung zur Annahme, vom Klammern zum Schenken, von der Angst und Enge in die Weite, vom Leiden zurück zu reiner Schmerzwahrnehmung, vom Drama zur Gleichmut, von Gefühlsstürmen zur Empfindungsströmen etc. …

Heilung bedeutet so, der Gesamtheit von Körper Geist und Seele die Heiligkeit zurückzugeben, die die es bedeutet auf der Welt zu sein. „Heil“ bedeutet auch „Ganz“, Heilung also auch ganz-werden, alles einschließen, nichts unter den Teppich kehren oder draußen im Regen vor der Tür stehen lassen. Und wenn man wie ich davon ausgeht, das man sich nichts vorstellen kann, was man nicht auch schon unbewusst in sich trägt, sind die Begriffe geistige Heilung und geistige Entfaltung identisch. Heilung bedeutet ganz schlicht Entfaltung, als Bewusstwerdung und Annahme von allem was ist. Das ist das Ende des „Bösen“ und damit das Ende von „Krankheit“ ganz ohne Kampf. Dazu braucht es keinen kämpfenden Ritter des Lichts, sondern nur jemand der auf den Lichtschalter drückt: Licht und Bewusstsein sind dasselbe.

In diesem Verständnis kann Heilung auch bedeuten in Frieden zu sterben, wenn das natürlich und an der Zeit ist. Es bedeutet immer Annahme des Lebens, Entfaltung bis zur Auflösung der Form in unendlicher Weite. Und es bedeutet ganz sicher nicht normal zu sein. Heilung kann nicht bedeuten den Menschen zu Reparieren bis er einer Norm oder den Vorstellungen seines Ego entspricht.

Und was ist Krankheit?

Entsprechend einfach eine unnatürliche Stockung im Lebensfluss, ein Gerinnsel, ein Stau, ein Knoten ein Krampf, ein Kampf mit einem Imaginären Feind, ein Wollen und Nicht-zulassen-können …

Welches Glück dass wir als geistige Heiler keine Heilsversprechen machen müssen und dürfen!  Dass wir geschehen lassen dürfen, dass wir nichts wahrnehmen und analysieren müssen. Dass wir keine Meister sein müssen und dass es keinen Beweis und keinen Maßstab für unser Tun (oder besser unser Nicht-tun) braucht.

Es genügt wirklich einfach nur zu atmen und wieder das Licht anzumachen,
d.h. sich in immer tieferen Schichten seines Selbst, und damit irgendwann auch jedes Anderen bewusst zu werden …

 

Zum Schluss noch eine wahre Begebenheit

Als solche hat sie unser Lehrer der Raphael-Heilarbeit, Himayat Inayati, jedenfalls immer wieder gerne erzählt. Jeder kennt und liebt Erzählungen von Wunderheilungen tief gläubiger Meister mit eindrucksvollen Ritualen. Diese hier ist Begebenheit rüttelt an vielen Konzepten wie geistige Heilung zu geschehen hat.

Da war das Mädchen Olga das es liebte auf der Straße für sich allein und konzentriert das Hüpfspiel mit den aufgezeichneten Quadraten und den geworfenen Steinen zu spielen. Olga hatte die Gabe durch das Auflegen ihrer Hand alle Arten von Schmerzen zu vertreiben. Und da war die ältere Dame in der Nachbarschaft die immer wieder rheumatische Schmerzen in ihrem rechten Knie hatte. Und da war Olgas Mutter die die Nachbarin immer mal wieder anrief um Olga zu ihr zu schicken, wenn die Schmerzen unerträglich wurden, so wie auch heute.
Die Mutter ruft Olga zu dass sie wieder zur Nachbarin zum heilen gehen soll, doch Olga will absolut jetzt nicht ihr Spiel unterbrechen und sagt patzig dass sie dazu jetzt gar keine Lust hat. So entsteht eine immer lautere Auseinandersetzung zwischen Mutter und Tochter, bis die Mutter droht, das Olga morgen im Haus bleiben muss, wenn sie jetzt nicht sofort zu der armen Nachbarin zum Heilen geht.
Daraufhin bricht Olga wütend ihr Spiel ab, rennt zur Nachbarin, haut ihr mit der Hand auf das schmerzende Knie und sagt dabei „so, und jetzt bist du gesund!“ und rennt wieder zurück auf die Straße zum Spielen. Die Frau war daraufhin dauerhaft von ihren Schmerzen geheilt!

über Krankheit und Heilen ...

Zitate von Rumi

Die Wunde ist der Ort wo das Licht in dich eintritt.

In Wahrheit gibt es nur ein einziges Licht, das durch unterschiedliche Fenster scheint und uns durch die Person jedes einzelnen Propheten erreicht.

Dschalal ad-Din Muhammad Rumi (1207-1273)
zu Rumiprojekt

 
 

 

 

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