... ich war ein verborgener Schatz und wollte erkannt werden ...

Hermann Hesse

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe, blüht jede Weisheit auch und jede Tugend zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe bereit zum Abschied sein und Neubeginne, um sich in Tapferkeit und ohne Trauern in and're, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben.
Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten, an keinem wie an einer Heimat hängen, der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen, er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten!
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen!  Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise, mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.
Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde uns neuen Räumen jung entgegen senden: des Lebens Ruf an uns wird niemals enden.
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

Hermann Hesse (1877 - 1962)
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Stimmen zu Meditation

Meditationserfahrungen und Gehirnfunktion

In ihrem faszinierenden TED Video-Vortrag von 2008 "Schlaganfall der Einsicht"  (englisch mit deutschen Untertiteln) beschreibt die spätere Hirnforscherin Jill Bolton Taylor ihre Bewusstseinsveränderungen als bei einer Gehirnblutung ihre linke Gehirnhälfte seine Funktion über 4 Stunden langsam fortschreitend einstellte und ihr "lineares zeitliches Bewusstsein" und ihre erlernte Persönlichkeitsstruktur (Selbst, Ego) wider Willen abgeschaltet wurde.

Sie beschreibt das bewusste Erleben ihres "Schlaganfalls in Slow Motion" und ihre anschließende "Neugeburt" aus dem Blickwinkel einer vorurteilsfreien Gehirn-Spezialistin.

Wie durch ein Wunder überlebte die Wissenschaftlerin und berichtet hier absolut faszinierend und bewegend über ihre Erfahrungen, die erstaunlich ähnlich klingen, wie das, was man in tiefer Meditation erfahren kann, wenn man es schafft seinen Geist in die Stille zu führen.  Einen Zustand von Einheit, Energie und Mitgefühl, den sie als Nirwana beschreibt ... einen Zustand in dem vielleicht ein Baby ohne durch äußere Reize gespeiste lineare Gehirnfunktion auf die Welt kommt, ... ohne Vorstellung von einem Ego oder Ich-Abgrenzung und ohne Möglichkeit des Bewertens, Einordnens etc.

Unbedingt sehenswert: extern Jill Bolte Taylors Schlaganfall der Einsicht Teil 1 und das geht über in extern Teil 2

Ihr Zustand ohne eine funktionierende linke Gehirnhälfte dauerte mehrere Wochen an. Im Alter von 37 Jahren beginnt sie, wie sie beschreibt, ein komplett neues Leben als Säugling, jedoch mit der Fähigkeit eines erwachsenen Gehirns, das sich anschließend noch an jeden Entwicklungsschritt und jede Erfahrung erinnern kann, bis ihre linke Gehirnhälfte nach 8 Jahren des "neu-Erlernens" wieder eine vollständig "normal" Funktion zeigte!

Der temporäre Hirnschaden ist für sie eine einmalige physisch-spirituelle Einheits-Erfahrung, den sie mit dem Nirwana in tiefster Meditation gleich setzt. Die erlebten und wissenschaftlich daraus gefolgerten Erkenntnisse macht sie später für sich und andere auch ganz praktisch nutzbar.

Darüber wird sie extern HIER fast 15 nach ihrem berühmten TED-Vortrag interviewt (nur Englisch). Sie beschreibt dabei sehr lebhaft ihr Konzept von vier sehr unterschiedlichen Persönlichkeitsanteilen, die offenbar schon in der Hardware eines jedes Menschen "fest verdrahtet" sind.

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