... ich war ein verborgener Schatz und wollte erkannt werden ...

Jörg ZinkSpiritualität zeigt sich in der Bereitschaft zur Ehrfurcht vor der Gotteserfahrung anderer.
Sie zeigt sich unter anderem in einem gewissen Spürsinn für das Heilige, das uns in einer fremden Gestalt begegnet. So werden für uns heute auch fremde Religionen nicht mehr die Gegner sein, denen wir zu widerstehen hätten, sie werden unsere Ehrfurcht wecken vor Wegen Gottes zu Menschen, die uns fremd sind.
Wir werden im Gespräch leben mit allem, was Menschen je von Gott, der Welt und sich selbst erkannt haben und nichts wird uns verächtlich oder hassenswert sein. Und wir werden zu unserem eigenen Glauben finden und in ihm dankbar und geborgen leben, ohne irgendeinen Menschen des Irrtums oder der Verführung zu verdächtigen.


Wo Wahrheit gemeinsam gesucht wird, werden wir Menschen mehr Wahrheit finden, als wir von unserem eigenen Ort aus zu finden vermöchten.

Jörg Zink (1922-2016)
aus: „Dornen können Rosen tragen, Mystik – Zukunft des Christentums“

   

Zitate zum Thema Meditation

Meditieren heißt, in eine Idee aufgehen und sich darin verlieren, während Denken heißt, von einer Idee zur anderen hüpfen, sich in der Quantität tummeln, Nichtigkeiten anhäufen, Begriff auf Begriff, Ziel auf Ziel verfolgen. Meditieren und Denken, das sind zwei divergierende, unvereinbare Tätigkeiten.

Emile Cioran: Die verfehlte Schöpfung, 1949

Unsere größten Erlebnisse sind nicht unsere lautesten,
sondern unsere stillsten Stunden

Jean Paul (1763 - 1825)

Sei still!
Sei einfach still!

Anleitung von Sri Ramana Maharshi zur Verwirklichung unseres wahren Selbst. (1879 - 1950)

Mache deine Meditation zu einem ununterbrochenen Geisteszustand. Ein  großer Gottesdienst findet allezeit statt, also sollte nichts von deiner meditativen Bewusstheit vernachlässigt oder ausgeschlossen werden.

Ramakrishna Paramahamsa (1836 - 1886, aus dem Englischen)

 

Suche nichts als ein reines, einfaches Entsinken
Suche nichts als ein reines, einfaches Entsinken
in das reine, einfache, unbekannte, namenlose, verborgene Gut, das Gott ist,
und in alles, was sich in ihm enthüllen mag.
Alles soll sich an sein Nichts halten:
Nichts wissen, nichts erkennen, nichts wollen, nichts suchen, nichts haben wollen.
Suche weder Empfindung noch Erleuchtung!
Entsinke in dein Nicht-wissen und Nicht-wissen-wollen!
Die Tiefe, die in Gott ist, ist ein solcher Abgrund,
daß aller geschaffene Verstand sie nicht zu erreichen noch zu ergründen vermag.
Dieser Tiefe soll der Mensch begegnen mit der eigenen Tiefe:
das ist, dem grundlosen Abgrund einer unergründlichen Selbstvernichtung.
Das heißt:
könnte er ganz zu einem lauteren Nichts werden, das hielte er für recht und billig.
Das kommt aus der Tiefe und der Erkenntnis seines Nichts.

Johannes Tauler (1300 - 1361)
(aus "Der Weg der Meister 2", ausgewählt und neu übertragen von P. Ermin Döll, Meditationshaus St. Franziskus, Klostergasse 8, Dietfurt, Altmühltal)

Wirkung von Meditation

Wenn die fünf Sinne und der Geist ruhig sind und der denkende Intellekt in Stille verweilt, beginnt der höchste Pfad. Diese ruhige Beständigkeit der Sinne wird Yoga genannt. Dann sollte man aufmerksam werden, weil Yoga kommt und geht.

Über Es meditieren, über Es nachdenken und mit Ihm kommunizieren - so entsteht am Ende die Auflösung weltlicher Täuschung.

Upanishaden (700 bis 200 v. Chr.)

Es ist unser künstliches und hoch spezialisiertes intellektuelles Leben mit seinen unnötigen Bedenken und Sorgen, das den Rhythmus des Herzschlags stört und es sehr schwierig macht, das Zentrum der "Schwerkraft" der Persönlichkeit dorthin zu platzieren, wo es hingehört. Schlaf verschafft im besten Fall eine teilweise Entlastung. Meditation führt dazu, dass das Bewusstsein nicht mehr vom Ego gefangen gehalten wird. Diese Gefangenschaft jedoch ist das größte Hindernis für Ruhe und Frieden.

Hazrat Inayat Khan (1882 – 1927)

Durch das Verharren in der Stille kommt jedes innere und äußere Geschehen zur Ruhe,
alle Begrenzungen und Bedingungen schwinden.
Dann erstrahlt das himmlische Licht, wodurch man sein wahres Wesen sehen und die absolute Wahrheit erfahren kann.

Chuang-Tse (ca. 400 v. Chr.)

 

In der Stille nehmen die Dinge Form an und wir müssen warten und beobachten. In uns, in unserer geheimen Tiefe, liegt das Element des Wissens welches sieht und hört was wir nicht sehen und hören.  All unsere Wahrnehmungen, all die Dinge die wir getan haben, all das was wir heute sind, entstand einmal in diesem Wissen, in schweigender Tiefe, dieser Schatzkammer der Seele.

Kahlil Gibran (1883 - 1991, aus: "Liebesbriefe an May Ziadeh")

 

Orte der Meditation

Jenseits aller Gedanken, Gefühle und Vorstellungen gibt es ein inneres Heiligtum, das wir nur selten betreten.
Es ist der Wesensgrund der Seele, wo alle Anlagen und Fähigkeiten ihre Wurzeln haben und welches das wahre Zentrum unseres Seins ist.

Bede Griffiths

Wenn ich nicht für mich bin, wer wird für mich sein?

Und wenn ich für mich bin, was bin "Ich"?

Und wenn nicht jetzt, wann?

Hillel the Elder (110 v.Chr ? - 10 n.Chr, Ethik der Väter, 1:14)

   
   
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