... ich war ein verborgener Schatz und wollte erkannt werden ...

 Meister Eckhard

Einst wollte ich Gott mit seinen Augen sehen, jetzt weiß ich dass ER sich mit meinen Augen sieht.

Meister Eckhard (1260 - 1328)

© 2026 Akademie-Lichtung

Mein Herr Gott,

Ich habe keine Ahnung wohin ich gehe.
Ich sehe die Straße nicht vor mir.
Ich kann nicht sicher wissen wo es enden wird,
noch kenne ich mich selbst wirklich.
Und die Tatsache, dass ich meine deinem Willen zu folgen,
bedeutet nicht, dass ich das auch tue.
Aber ich glaube dass die Sehnsucht es dir zuliebe zu tun, dir tatsächlich gefällt.
Und ich hoffe dass ich diese Sehnsucht in allem habe, was ich tue.
Ich hoffe dass ich nie irgendetwas getrennt von deiner Sehnsucht tue.
Und ich weiß dass du mich die rechte Straße führst, wenn ich das tue,
auch wenn ich davon nichts wissen mag.
Darum werde ich dir immer vertrauen
obgleich ich im Schatten des Todes verloren erscheinen mag.
Ich werde mich nicht fürchten, weil du immer bei mir bist,
und du wirst mich nie verlassen um mich meinen Gefahren alleine stellen.

 
Thomas Merton
(1915-1968, Atheist, Trapisten-Mönch, Eremit, Friedesaktivist)

Denkimpuls

Der Beginn von göttlicher Weisheit ist Milde und Freundlichkeit, welche aus der Größe der Seele und dem Ertragen von Schwächen entsteht.

Isaak von Niniveh (ca. 650  n.Chr.)
(aus: Über das Leid des törichten Eifers in der Maske des Göttlichen)