... ich war ein verborgener Schatz und wollte erkannt werden ...

 

Allweiser !

Lehre mich vor allem eines: dankbar zu sein für deine Güte, aber auch danken zu können der geringsten Menschen Taten gegen mich.

Zarathustra (ca. 1500 v.Chr.)

 
 

 

 

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vom Berühren

angaangaw_portraitWenn Menschen zu mir kommen, weil sie Heilung suchen, tue ich manchmal nichts anderes, als sie zu berühren. Es gibt so viele Männer und Frauen, die nie in ihrem Leben berührt worden sind - die noch nie so berührt worden sind, wie sie gerne berührt werden möchten.
Wenn ich sie dann berühre, spüre ich, wie sich etwas in ihnen bewegt. Ich spüre, dass sie nicht wussten, wie es ist, berührt zu werden. Weil sie nie jemand berührt hat.
Ich habe auch mit Menschen zu tun, die die Schönheit des Berührtwerdens kennen, die aber mehr davon wollen. Und nicht wissen, wie und wo sie mehr davon bekommen. Denn die Welt, in der sie leben, hat für Berühren und Berührtwerden keinen Platz. Sie leben in einer dunklen Welt, in der es schwer ist, kraftvoll und leuchtend zu sehn.
Ihr Menschen des Westens lebt in einer solchen Welt. Kaum dass ihr euch grüßt, wenn ihr euch begegnet. Ihr lebt in Dunkelheit – voller Angst, was die anderen wohl über euch denken könnten. Ihr verbergt eure Schönheit - vor euch selbst und vor anderen. Deshalb könnt ihr sie nicht sehen. Deshalb lasst ihr euch nicht berühren. Und deshalb wagt ihr es nicht, andere zu berühren.
Meine Mutter nahm die Menschen in den Arm. Wildfremde Menschen. So schmolz sie das Eis in ihren Herzen. Einfach, indem sie sie berührte.

Im Berührtwerden liegt Heilung.  Lass dich berühren!  Und wage es zu berühren!

 Angaangaq Angakkorsuaq (Eskimo-Kalaalit-Schamane, Westgrönland)
aus dem Buch: „Schmelzt das Eis in euren Herzen – Aufruf zu einem geistigen Klimawandel"

Bilder von Angaagaq: westlich, traditionell, berührend
YouTube-Video mit Angaagaq (english): extern Video

Denkimpuls

J. W. von Goethe

Die Lust am Betrug und am Selbstbetrug eint Täter und Opfer. Nicht selten glaubt der Scharlatan selbst, was er sagt; das lernt er im Lauf seiner Karriere - nicht zuletzt, weil seine Kundschaft ihm fanatisch anhängt.
Dabei ahnen alle die Gefahr. Doch die Hoffnung auf eine wunderhafte Wendung scheint ihnen immer noch trostreicher als der Trott des gesunden Menschenverstandes.

Strenger ausgedrückt: Es ist erbärmlich anzusehen, wie die Menschen nach Wundern schnappen, um nur in ihrem Unsinn und Albernheiten beharren zu dürfen, und um sich gegen die Ohnmacht des Menschenverstandes und der Vernunft wehren zu können.

Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832)