... ich war ein verborgener Schatz und wollte erkannt werden ...

Ich suche nicht - ich finde. 

Suchen – das ist Ausgehen von alten Beständen und ein Finden-Wollen von bereits Bekanntem im Neuem.  Finden – das ist das völlig Neue!

Das Neue auch in der Bewegung. Alle Wege sind offen und was gefunden wird, ist unbekannt. Es ist ein Wagnis, ein heiliges Abenteuer!

Die Ungewißheit solcher Wagnisse können eigentlich nur jene auf sich nehmen,
die sich im Ungeborgenen geborgen wissen,
die in die Ungewißheit, in die Führerlosigkeit geführt werden,
die sich im Dunkeln einem unsichtbaren Stern überlassen,
die sich vom Ziele ziehen lassen
und nicht – menschlich beschränkt und eingeengt - das Ziel bestimmen.

Dieses Offensein für jede neue Erkenntnis im Außen und Innen: Das ist das Wesenhafte des modernen Menschen, der in aller Angst des Loslassens doch die Gnade des Gehaltenseins im Offenwerden neuer Möglichkeiten erfährt.

Pablo Picasso (1881-1973)

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Die Belohnung

Nasrudin hatte gute Neuigkeiten für den König und schaffte es nach beträchtlichen Schwierigkeiten eine Audienz zu erhalten, obwohl, der Tradition gemäß, theoretisch jedes Anliegen das Recht hatte, sofort bei Hofe vorgetragen werden zu dürfen.

Der König hatte Gefallen an dem, was ihm berichtet wurde. „Wähle Deine eigene Belohnung“, sagte er. „Fünfzig Hiebe“, antwortete Nasrudin. Verwirrt ordnete der König an, dass Nasrudin geschlagen werden sollte.

Nachdem fünfundzwanzig Hiebe verabreicht worden waren, rief Nasrudin: „Stopp!“
„Nun“, sagte er, „bringt meinen Partner herein und gebt ihm die andere Hälfte der Belohnung. Der Haushofmeister, Eure Majestät, wollte mir nicht erlauben, Euch zu sehen, bevor ich ihm nicht schwor, dass ich ihm genau die Hälfte dessen geben würde, was auch immer ich für die guten Nachrichten erhalten würde.“