... ich war ein verborgener Schatz und wollte erkannt werden ...

Ich suche nicht - ich finde. 

Suchen – das ist Ausgehen von alten Beständen und ein Finden-Wollen von bereits Bekanntem im Neuem.  Finden – das ist das völlig Neue!

Das Neue auch in der Bewegung. Alle Wege sind offen und was gefunden wird, ist unbekannt. Es ist ein Wagnis, ein heiliges Abenteuer!

Die Ungewißheit solcher Wagnisse können eigentlich nur jene auf sich nehmen,
die sich im Ungeborgenen geborgen wissen,
die in die Ungewißheit, in die Führerlosigkeit geführt werden,
die sich im Dunkeln einem unsichtbaren Stern überlassen,
die sich vom Ziele ziehen lassen
und nicht – menschlich beschränkt und eingeengt - das Ziel bestimmen.

Dieses Offensein für jede neue Erkenntnis im Außen und Innen: Das ist das Wesenhafte des modernen Menschen, der in aller Angst des Loslassens doch die Gnade des Gehaltenseins im Offenwerden neuer Möglichkeiten erfährt.

Pablo Picasso (1881-1973)

© 2026 Akademie-Lichtung

Ich traue keinem von Euch

Mullah Nasrudins Haus brannte, sodass er auf sein Dach hinauf rannte, um sich in Sicherheit zu bringen. Dort war er und schwebte auf unsicheren Beinen auf dem Dach, als seine Freunde sich in der Straße unten versammelten. Sie hielten eine ausgebreitete Decke für ihn auf und riefen: „Spring, Mullah, spring!“

„Oh, nein!“, sagte der Mullah, „das werde ich nicht tun. Ich kenne euch Kameraden. Wenn ich springe, zieht ihr die Decke weg, nur um mich zum Narren zu halten!“
„Sei nicht albern, Mullah. Das ist kein Scherz! Das ist ernst. Spring!“
„Nein“, sagte Mullah, „ich traue keinem von Euch. Legt die Decke auf den Boden. Dann springe ich.“