Nichts weggenommen bekommen
Kaum jemand konnte Nasrudin verstehen, der es manchmal schaffte, einen Sieg in einer Niederlage zu sehen. Manche Dinge schienen durch seine Einmischung aus den Fugen zu geraten. Aber es gab das Gerücht, dass er auf einer anderen Ebene lebte, als andere, und eines Tages entschloss sich ein junger Mann, ihn zu beobachten um herauszufinden, wie er überhaupt überleben konnte, und ob man etwas von ihm lernen konnte.
Er folgte Nasrudin an das Ufer eines Flusses und sah, wie er sich unter einen Baum setzte. Plötzlich streckte der Mullah seine Hand aus, und darin erschien ein Kuchen, den er aß. Das machte er dreimal. Dann streckte er seine Hand noch einmal aus, ergriff einen Kelch und tat daraus einen tiefen Schluck. Der Jüngling, der nicht mehr fähig war, an sich zu halten, eilte zu Nasrudin und ergriff ihn. „Sag mir, wie Du diese wundersamen Dinge machst, und ich mache alles, was Du willst“, sagte er.
„Das werde ich tun“, sagte Nasrudin, „aber erst musst Du in den richtigen Geisteszustand eintreten. Dann haben Zeit und Raum keine Bedeutung mehr, und du kannst den Hofmeister des Sultans erreichen, damit er Dir Konfekt reicht. Es gibt nur eine Bedingung.“
„Ich akzeptiere sie!“, rief der junge Mann.
„Du musst meinem Weg folgen.“
„Erzähle mir von ihm.“
„Ich kann Dir immer nur eins auf einmal sagen. Möchtest Du die leichte Aufgabe oder die schwere?“
„Ich wähle die schwere.“
„Das ist Dein erster Fehler. Du musst mit der leichten anfangen. Aber jetzt geht das nicht mehr. Du hast die schwere gewählt. Die Schwere ist folgende: Mache ein Loch in Deinen Zaun, sodass Deine Hühner in den Garten Deines Nachbarn können, um dort genügend aufzupicken, um groß zu werden. Aber es muss auch so klein sein, dass die Hühner Deines Nachbarn nicht in Deinen Garten kommen können, um sich dort gütlich zu tun.“
Der junge Mann konnte das nie begreifen, er wurde nie ein Schüler von Nasrudin. Aber als er den Leuten erzählte, was Nasrudin tun konnte, dachten dieser, dass er verrückt wäre.
„Das ist ein guter Anfang“, sagte Nasrudin „eines Tages wirst Du ein Lehrer sein.“

Unsere tiefste Angst ist nicht, ungenügend zu sein. Unsere tiefste Angst ist, dass wir über alle Maßen kraftvoll sind. Es ist unser Licht, nicht unsere Dunkelheit, was uns am meisten erschreckt. Wir fragen uns, wer bin ich denn, um brillant, großartig, begabt und einzigartig zu sein? Wer bist du eigentlich dies nicht zu sein. Du bist ein Kind Gottes. Dass du "klein" spielst rettet nicht die Welt. Da ist nichts Erleuchtetes daran, zu schrumpfen damit sich andere Menschen um dich herum nicht unsicher fühlen. Wir alle sind dazu gedacht wie die Kinder zu strahlen. Wir wurden geboren, um die Herrlichkeit Gottes zu offenbaren, die in uns liegt. Sie ist nicht in einigen von uns, sie ist in jedem. Und indem wir unser eigenes Licht scheinen lassen, geben wir anderen Menschen unbewusst die Erlaubnis, das Gleiche zu tun. Wenn wir von unserer eigenen Angst befreit sind, befreit unsere Gegenwart automatisch andere.

